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Neujahrskonzert 2012




Göttinger Symphonie Orchester begeistert mit temperamentvollem Neujahrskonzert

Zwar feiert das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) in diesem Jahr bereits sein 150-jähriges Bestehen, doch bei seinem traditionellen Neujahrskonzert im Unterlüßer Freizeitzentrum präsentierte sich das renommierte Ensemble am Sonnabend trotz des „hohen Alters“ in gewohnt jugendlicher Frische. Mit einem Kaleidoskop farbenprächtiger und klangschöner Gute-Laune-Stücke unter anderem von Korngold und Waldteufel, von Vivaldi und Tschaikowsky sowie von Johann und Joseph Strauss versetzte das beliebte Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller die Zuhörer im ausverkauften Saal vom ersten Takt an in ausgelassene Stimmung, als es sein orchestrales Feuerwerk zündete und in üppigster Klangfarbenpracht zur Entfaltung brachte. Am Ende gab es Standing Ovations.

Mueller hat bekanntlich mit dem undifferenzierten, einlullenden Tanzmusik-Einheitsbrei manch anderer Wiener-Walzerseligkeit-Interpreten ohnehin nichts im Sinn: Bei ihm kräuselten sich die Rhythmen wie aus dem Nichts zu aufschäumenden musikalischen Kaskaden, bisweilen dramatisch, mitunter gar expressiv und wild und dennoch elegant und prickelnd wie Champagner. Genüsslich spielten seine gut gelaunten und beschwingt mitgehenden Musiker die melodischen Bögen aus. Und Mueller strahlte, stachelte an, animierte und inspirierte und erwies sich als ein vor Musikalität und Temperament schier überschäumender Gravitationspunkt des orchestralen Geschehens. Mit mimischem Schalk und tänzerischem Schwung kitzelte er die Pointen aus den Walzern, Polkas und Märschen heraus. Selten hat man die – vom GSO mit vibrierend rhythmisiertem Spiel veredelten – Klassiker wie den zart-duftigen „Schneeglöckchen-Walzer“, die raffiniert pointierte „Schlittenfahrt“ oder die stürmisch mitreißende „Eislauf-Polka“ in einer solch subtilen Weise symphonisch ausgekostet erlebt.

Der Stargast des Abends, die Marimba-Virtuosin Katarzyna Myćka, setzte dem rundum begeisternden Konzert schließlich die Krone auf. Im Zusammenspiel mit dem GSO offenbarte sie – in mitreißenden Konzertsätzen brasilianischer und französischer Herkunft sowie in „Der Winter“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ – in einer spannungsgeladenen Mischung aus Einfühlsamkeit und Temperament mit subtilen Tönungen und magisch an- und abschwellenden Tremoli die ganze facettenreiche Vielfalt des Marimbaphons. Mit atemberaubender Fingerfertigkeit huschten die vier Schlägel über die 61 wuchtigen Klangplatten aus Palisander und entlockten dem Holz seine packende Musik, als Myćka mit ausladenden Bewegungen, wohldosierten Phrasierungen und einem untrüglichen Sinn für Rhythmen förmlich die Energie zwischen den Tönen transparent machte und die hölzernen Klänge in singende Melodien und fantastische Klangbilder verwandelte. Ein Genuss für Auge und Ohr.

Rolf-Dieter Diehl
(Text und Fotos)


Konzert am 03.10.2011 entfällt!

Aus terminlichen Gründen kann das Göttinger Symphonie Orchester in diesem Jahr leider kein Gastspiel in Unterlüß zum Tag der Deutschen Einheit durchführen. Das nächste Konzert mit dem Göttinger Symphonie Orchester in Unterlüß ist das Neujahrskonzert Anfang Januar 2012. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.


Neujahrskonzert 2011



Begeisterndes Neujahrskonzert der Göttinger Symphonie Orchesters

Mit pointierter Wucht und geschliffener Transparenz riss das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller den Vorhang zum traditionellen Neujahrskonzert im ausverkauften Unterlüßer Freizeitzentrum auf. Unter den begeisterten Zuhörern begrüßte Bürgermeister Kurt Wilks prominente Gäste wie den Staatssekretär Lange vom Niedersächsischen Kultusministerium, die Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD) und Henning Otte (CDU), sowie die Landtagsabgeordneten Karl-Heinrich Langspecht (CDU) und Rolf Meyer (SPD).

Unter dem Motto „1001 Nacht“ erlebten sie ein Neujahrskonzert, das deutlich mehr bot als die Walzerroutine vergleichbarer Veranstaltungen. Zwar musste auch hier auf Walzer nicht verzichtet werden, aber sie walzten und überrollten nicht, sie schwebten und luden ein. Wahre Perfektion in Technik und Expressivität und ein ausgewogenes Klangbild kennzeichneten das deutlich verjüngte und federnd aufspielende Ensemble mit seiner souveränen neuen Konzertmeisterin Nathalie Kundirenko. Der etwas überstrapazierte Begriff der Spielfreude ist leicht zur Hand, doch hier drängte er sich förmlich auf. Dabei war die Freude nicht nur auf Seiten der Musiker, sondern übertrug sich gänzlich auf die Zuhörer.

Bei Klassikern unter anderem von Strauß, Mozart und Glinka, bei „Persischer Marsch“, „Nilfluthen“ und „Egyptischer Marsch“, bei „Der Barbier von Bagdad“, „Die Entführung aus dem Serail“ und „Aladins Traum“ flogen die Funken und Farben brillant quer durch die Orchestergruppen. Da machte Mueller die – wie er sich ausdrückte – „Vermählung europäischer Musik mit orientalischer Klangfülle“ zur Lehrstunde einer Interpretation, die die Kompositionen nicht im Violinplüsch ertränkte, sondern ausgeklügelte Klangeffekte zu nutzen wusste. So gestand er den Bläserpassagen und den pointiert eingesetzten Schlaginstrumenten mehr als nur Kolorit zu und wertete sie zu Trägern der kompositorischen Ideen der Stücke auf: Die Streicher erklangen ausbalanciert zum übrigen Geschehen im Orchester, waren nicht mehr die alles dominierende Führungsgruppe, sondern traten in Interaktion mit dem funkelnden Instrumentationswitz des Orchesterchefs. Selbst bei seidigster Streicherschönheit hatten Muellers Interpretationen eine tänzerische Urgewalt, die sich wie von selbst auch in seinen schwungvollen Bewegungen auf dem Podium entlud.

Eingebettet in dieses Feuerwerk der guten Laune erwies sich die Augsburger Sopranistin Iris Marie Kotzian als nahezu ideale Gesangssolistin. Dank ihres wandlungsfähigen, virtuosen, voluminösen Koloratursoprans vermochte sie sich mit einer geradezu mozartisch tiefsinnigen Leichtigkeit und verschwenderisch betörenden Momenten reibungslos in die Stimmungen und Zwischentöne orientalischer Tänze und der exotisch angehauchten lyrischen Arien einzuschwingen. Sie verlieh ihren Rollen aus „1001 Nacht“ einen individuell getönten Ausdruck, der immer aus der charakterlichen Disposition der jeweiligen Figur heraus begründet war. Geradezu atemberaubend ihre „Glocken-Arie“ aus Delibes‘ Oper „Lakmé“. Und Mueller atmete mit der agilen Sängerin mit und erwies sich bei ihren Arien als orchestral-psychologischer Feinzeichner, dem bei allem Einfühlungsvermögen jedoch nie der nervige Impuls verloren ging. Am Ende hielt es die begeisterten Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen: Mit stehenden Ovationen feierten sie „ihre“ Göttinger samt Solistin.

Rolf-Dieter Diehl
(Text und Fotos)

 


Neujahrskonzert 2010



Begeisterndes Neujahrskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters

Eine „Perle in der Musiklandschaft Niedersachsens“ nannte Ministerpräsident Christian Wulff, prominentester Ehrengast beim traditionellen Neujahrskonzert in Unterlüß, das international renommierte Göttinger Symphonie Orchester. Und das beliebte Ensemble unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller ließ diesen Worten bestätigende Taten folgen. Gastsolist war der zurzeit wohl beste deutsche Trompetenvirtuose Reinhold Friedrich.

Im ausverkauften Unterlüßer Freizeitzentrum erlebten die Gäste unter dem Motto „Karneval in Venedig“ ein Konzert der Spitzenklasse. Als furiosen Einstieg ließ Mueller ihnen Dvořáks funkensprühende „Karneval“-Ouvertüre um die Ohren fliegen – in ihrer spannenden dreiteiligen Disposition alles andere als ein Potpourri-Stück. So zielte er auch nicht auf äußeren Effekt, der im Furiant-Wirbel billig zu haben wäre, sondern ziselierte sorgfältigst ihre rhythmischen Finessen und Widerborstigkeiten heraus und verdeutlichte so auf erfrischende Weise, wie scheinbar leicht man mit purer Musizierlust das pralle Leben unverwüstlicher Partituren wecken kann. Allein schon den Orchesterchef bei seiner Arbeit zu beobachten, ist ein Erlebnis für sich, wenn er mit ausgeklügelt sortierenden Händen und leidenschaftlicher Gestik pulsierende Blutbahnen und dicke Nervenstränge von den Partituren in die Orchesterreihen verlegt.

Auch in der weiteren Folge des mitreißend gestalteten Programms flogen das Grelle und Burleske, die Funken und Farben des venezianischen Karnevals in ihrer ganzen Brillanz quer durch die Orchestergruppen, etwa bei Verdis temperamentvoll-schauerlichem „Maskenball“ mit seinem tollkühn-dramatischen Pochen, oder bei den Quadrillen und „Carnevalsbildern“ von Johann Strauss: Ein Straussklang allererster Güte, transparent in den Streichergruppen, virtuos in den Bläsereinwürfen, eine in Töne gefasste Maskerade, die sich mit all ihren Verlockungen und Enthüllungen (klang)farbenprächtig den verzückt lauschenden Ohren der Zuhörer erschloss. Mueller bewies einmal mehr sein Gespür für Phrasierungen, aber auch für den Variationsbedarf der vermeintlich schematischen Takte und für die mitreißenden Effekte, die leichte Akzentverschiebungen hervorzubringen vermögen.

Als absolute Sahnestücke gestalteten sich die Auftritte von Reinhold Friedrich. Mit Bravour und geradezu akrobatischer Virtuosität absolvierte der Startrompeter die atemberaubenden Parforce-Ritte über gewagte Intervallsprünge, irrwitzige Skalenläufe und berauschende Tonkaskaden. Vor allem die brillante Tarantelle „La Napolitaine“ von Oscar Böhme und die Variationen aus Jean Baptiste Arbans „Karneval in Venedig“ – populär geworden durch den Liedtext „Mein Hut, der hat drei Ecken“ – rissen das Publikum zu wahren Beifallsstürmen hin. Und nie verfiel das Orchester ins bloße Begleiten, war stets präsenter Partner der Solotrompete und fand, auch dank einer vorbildlichen Klangbalance, noch Raum für würzige orchestrale Gegenakzente zu den Trompetensoli. Ein Neujahrskonzert, wie es stimmungsvoller kaum sein könnte. Das begeisterte Publikum honorierte es mit Standing Ovations, während sich das Orchester nach zwei Zugaben mit dem unverzichtbaren „Radetzky-Marsch“ verabschiedete: Auf Wiedersehen am 3. Oktober in Unterlüß!

Rolf-Dieter Diehl
(Text und Fotos)

 


Konzert am 3. Oktober 2010




Göttinger Symphoniker geben begeisterndes Konzert

Ein stimmungsgeladenes Konzert zum Tag der Deutschen Einheit erlebte das restlos begeisterte Publikum im Unterlüßer Freizeitzentrum. Das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Gastdirigent Reto Parolari bot den rund 270 Gästen ein musikalisches Wechselbad in Dur und in Moll, wie so vieles im Leben. Und immer wieder überraschte das Ensemble mit seinen ungemein kreativen instrumentalen Effekten. In pfiffigen Arrangements projizierte das Orchester vornehmlich assoziationsreiche Klanggemälde zeitgenössischer avantgardistischer Komponisten wie Leroy Anderson, Toni Leutwiler und Josef Rixner und nutzte dazu seine schier unerschöpfliche Palette an Klangfarben. Parolari ließ die Zuhörer spüren, wie sehr ihm diese Musik liegt. Es war ihm ein spürbares Anliegen, die jeweilige Emotionalität der Klangsprache in den Vordergrund zu stellen. Elegant und entspannt arbeitete er einerseits das Geräuschhafte heraus, und zugleich vermittelte er dem Publikum das Innenleben, quasi die kompositorische Seele der Klangbilder. Wie mit neuen Ohren lauschten die zunehmend aufgekratzten Zuhörer den aufgepeppten bekannten Stücken wie „Blue Tango“ oder „New York, New York“. Sie gaben sich der schwelgerischen Geräuschkulisse von Leutwilers Suite „Am Lago Maggiore“ hin, ließen sich von Rixners brillantem Paso doble begeistern und klopften sich vor Vergnügen auf die Schenkel, als der Cellist Gregoire Fedorenko Andersons „Waltzing Cat“ mit keifendem Hundegebell von der Bühne jagte.

Umjubelter Gaststar des Konzertes war die Schweizer Koloratursopranistin Andrea Viaricci, ein geballtes Aggregat aus Elan und Elektrizität. Sie besitzt eine kräftige, emotional gefärbte Sopranstimme, die sich spielend leicht in den dramatischen Passagen erhebt, die aber auch voll Zärtlichkeit und kluger Beherrschung in intimen Momenten sein kann. Mit ihrem koketten Charme und einer beispielhaften Bühnenpräsenz verzauberte sie vom ersten Ton an das Publikum. Bei Operettenarien wie „Spiel auf deiner Geige“ von Roland Stolz und Musical-Hits wie „Ich hab getanzt heut Nacht“ aus „My fair Lady“ wusste sie ihre strahlende und im völlig freien Ausschwingen am angenehmsten sich entfaltende Stimme optimal zur Geltung zu bringen. Furios und anmutig entwickelte sie die weiten Bögen. Sinnlich nahm sie den Partien alles Prahlerische. Frisch und lebensfroh vermittelte sie gute Laune. Und beim verlockenden Musette-Walzer „Komm Casanova, küss mich“ wäre ihr wohl so mancher Herr am liebsten aufs Wort gefolgt.

Rolf-Dieter Diehl
(Text und Fotos)
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