Impressionen aus Unterlüß im Naturpark Südheide
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Wo die Welt noch in Ordnung ist...

... und die Natur unberührt, kehren jene Tierarten zurück, die andersorts als ausgestorben oder vertrieben gelten, so zum Beispiel das Birkhuhn, der Eisvogel und seit November 2006 sogar ein Wolf.


Pressemeldungen


Erst der Wolf - nun der Luchs / Die Rückkehr der wilden Raubtiere
Beobachtungen in Celler Nordkreis

Ein freilebender Luchs ist offenbar im Celler Nordkreis unterwegs. Zwei gerissene Rehe und mindestens drei Sichtbeobachtungen lassen Experten glauben, dass nach dem Wolf das zweite Raubtier wieder heimisch wird.

Biologen, Wissenschaftler und Förster sprechen von einer Sensation: Der Luchs, der in Norddeutschland seit 200 Jahren ausgerottet war, ist offenbar im nördlichen Landkreis Celle gesichtet worden. Theo Grüntjens, Leiter der Rheinmetall-Forstverwaltung in Unterlüß, sagte, dass ein Soldat das Tier in der Nähe des Faßberger Flugplatzes gesehen habe.

Grüntjens hält den Mann für glaubwürdig, weil er den Luchs detailgetreu beschreiben konnte. Außerdem sei der Wiedererkennungswert des Tieres hoch. „Die Pinselohren kennt jeder aus Kinderbüchern“, sagt Grüntjens.

Auch Bärbel Pott-Dörfer, Biologin im Fachbereich Säugetierschutz in der zuständigen Behörde in Hannover, hält die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Luchs in der Lüneburger Heide aufhält, für relativ hoch. Neben drei Beobachtungen sind es vor allem zwei Rehrisse, die „typische Merkmale“ dafür aufwiesen, dass sie von einem Luchs erlegt wurden, so Pott-Dörfer. „Der Luchs tötet durch einen gezielten Biss in die Kehle, ein wildernder Hund geht das ganze Reh an. Auch ein Wolf tötet durch einen einzigen Biss, er frisst im Gegensatz zum Luchs aber auch die Innereien und durchtrennt Knochen“, sagt die Biologin. Eines der beiden erlegten Rehe wurde im Norden des Celler Kreises gefunden, das andere im Kreis Uelzen.

Der letzte Luchs auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsens starb bei einer Jagd im Jahr 1818. Völlig unklar ist, wo das Tier, das jetzt gesehen wurde, herkommt. Im Nationalpark Harz wurden Luchse bis zum Jahr 2006 ausgewildert. Es sei denkbar, dass eines der Tiere Richtung Heide gewandert sei, sagt Ole Anders, der Koordinator des dortigen Luchsprojektes.

Nach dem Wolf, der vor einem Jahr bei Unterlüß fotografiert wurde, könnte nun das zweite Raubtier im Celler Nordkreis wieder heimisch werden. Bei den Wölfen, von denen vermutet wird, dass sie in der Heide leben, gibt es aber noch keine Hinweise auf Rudelbildung. Auch über freilebende Jungwölfe ist nichts bekannt.

Dass weitere Raubtiere kommen, glaubt Anders aber nicht. Es gebe eine geringe Bärenpopulation in den Alpen, es sei indes nicht zu erwarten, dass sie nach Norddeutschland wandern. „Ich glaube nicht, dass große Säugetiere zu uns kommen“, sagt Anders.

(Cellesche Zeitung, Simon Ziegler, 07.06.2008)

 

Jäger sehen Unterlüßer Wolf mehrfach

Theo Grüntjens ist erleichtert: Der Unterlüßer Wolf lebt, er ist nach den tödlichen Schüssen auf einen Wolf im Wendland inzwischen mehrfach beobachtet worden.

Erst am Mittwoch habe ein erfahrener Jäger bei Unterlüß den Wolf etwa zehn Minuten lang beobachtet, wie er einem Frischling nachstellte, sagte der Leiter der Rheinmetall-Forstverwaltung. Die Bache, das Muttertier, habe sich in den Kampf eingmischt. Der Jäger habe von einem sehr starken Wolf gesprochen und einen Rüden vermutet, sagte Grüntjens.

Der Wolf war bereits am 4. Januar bei Unterlüß gesehen worden, zwei Tage vor Weihnachten war er in der Nähe von Eimke im Landkreis Uelzen, etwa 15 Kilometer nördlich von Unterlüß, aufgetaucht. "Wir warten jetzt auf Schnee", sagte Grüntjens. Dann sei es leichter, die Spur des Wolfs aufzunehmen und eventuell Reste eines gerissenen Beutetieres zu finden. Bisher ist es nach Angaben des Rheinmetall-Försters nicht gelungen, brauchbares Material für eine DNA-Untersuchung zu finden und so die genaue Herkunft des Wolfs zu klären.

Die Jägerschaft Uelzen hat auf ihrer Homepage Informationen zum Wolf zusammengetragen und bietet auch Downloads an. Auch ein Formular zur Meldung von Wolfsbeobachtungen ist hier zu finden.

 www.jaegerschaft-uelzen.de

(Cellesche Zeitung, Joachim Gries, 11.01.2008)

 

Wolf erkundet den Landkreis
Förster vermutet zweites Tier
 
Seit fast einem Jahr hält sich ein Wolf auf dem Schießplatz der Firma Rheinmetall nördlich von Unterlüß auf – und eventuell ist er nicht mehr allein. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass es inzwischen zwei Tiere sind”, sagte Theo Grüntjens, Leiter der Forstverwaltung von Rheinmetall.

Die Vermutung, dass ein weiteres Tier den Weg in den Landkreis gefunden hat, gründet auf zahlreichen Beobachtungen des Wolfs. Durch die Sichtkontakte mit dem Tier werde die Datenlage ständig besser, so Grüntjens. Ein Wolf legt ohne Schwierigkeiten größere Entfernungen zurück, nach Angaben des Försters sind 40 Kilometer in einer Nacht gar nichts. Doch auch ein Wolf kann nicht an zwei Stellen gleichzeitig sein.

Mal wird er aus dem Landkreis Uelzen gemeldet, dann wieder aus dem Landkreis Celle. Ein eindeutiger Shwerpunkt lasse sich dabei nicht ausmachen. „Man kann nie sagen, wo er langgeht”, sagte Grüntjens. „Er ist überall, heute hier, morgen da.”

Celles Kreisjägermeister Hans Knoop bestätigte, dass der Wolf mehrfach im Landkreis Celle, auch in der Nähe der Stadt Celle, gesehen worden sei. Der gesamte Landkreis nördlich von Celle könne als sein Revier bezeichnet werden, sagte Knoop.

Nicht jeder Beobachter sei qualifiziert, viele würde das Tier als Schäferhund ansehen, bestätigten Knoop wie Grüntjens. Deshalb würden Meldungen mit einer gewissen Vorsicht behandelt. Erfahrene Leute wie Jäger wären aber schnell sicher, mit wem sie es zu tun hätten, denn aufgrund des Verhaltens des Tieres werde das schnell deutlich.

Die Chance, als Spaziergänger dem Wolf im Wald zu begegnen, bezeichnen Knoop und Grüntjens als äußerst gering. Das Tier sei sehr scheu und sehr vorsichtig. „Das ist wie sechs Richtige im Lotto”, sagte Knoop.

Wäre dem so, wäre Grüntjens inzwischen ein reicher Mann. Er hatte schon dreimal Sichtkontakt mit dem Wolf. „Das ist ein Naturerlebnis”, sagte der Rheinmetall-Förster. Er bezeichnete den Wolf als hochqualifizierten Konkurrenten für die Jagd. Die Jägerschaft Uelzen habe inzwischen einen Topf eingerichtet, in den freiwillig eingezahlt werde, um bei eventuellen Schäden durch Meister Isegrim Ersatz leisten zu können. Die Frage der Haftung solle mit dem Land Niedersachsen besprochen werden.

Eine DNA-Analyse, die die Herkunft des Unterlüßer Wolfs verraten könnte, war bisher nach Grüntjens Angaben nicht möglich. Es fehle das geeignete Material für die Untersuchung.
Gefährdet ist der Wolf nach seinen Angaben durch den Autoverkehr. In der vergangenen Woche gab es einen Beinahe-Unfall, als das Tier beim ersten Licht die Straße kreuzen wollte. 

(Cellesche Zeitung, Joachim Gries, 13.08.2007)

 

In der Heide lebt jetzt ein wilder Wolf 

Unterlüß. In Niedersachsen hat sich erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder ein Wolf angesiedelt. Wie die Firma Rheinmetall mitteilte, lebt der Wolf bereits seit mehreren Monaten auf einem Testgelände des Wehrtechnikunternehmens in der Lüneburger Heide bei Unterlüß.

Wienfried Häsemeyer ist noch immer ganz bewegt. „Es ist ein großes Stück Natur, das einem da entgegenkommt”, berichtet der Förster und Jäger. Häsemeyer hat am vergangenen Freitag auf dem Übungsgelände von Rheinmetall in Unterlüß nordöstlich von Celle das Beweisfoto mit dem ersten frei lebenden Wolf seit über 50 Jahren in Niedersachsen gemacht.

In den vergangenen zehn Monaten habe es immer wieder Hinweise auf das Raubtier gegeben, sagte Theo Grüntjens, Leiter der Forstverwaltung auf dem Übungsgelände des Rüstungsunternehmens. „Wir beobachten den Wolf seit September vergangenen Jahres, sagte Grüntjens. „Er hat offensichtlich hier in der Südheide eine neue Heimat gefunden und wartet nun darauf einen Paarungspartner zu finden.”

Experten hatten die Ansiedlung von Wölfen in der Heide bereits vorhergesagt. In Sachsen gibt es zwei frei lebende Wolfsrudel, von dort könnte das jüngere Tier bis zu dem Übungsgelände gewandert sein, meinte Jutta Kremer-Heye vom Landesumweltministerium. „Der Wolf ist bei uns herzlich willkommen, wir freuen uns, dass er da ist”, sagte sie. Die Ministeriumssprecherin rechnet damit, dass sich in Zukunft noch mehr Wölfe in Richtung Niedersachsen bewegen. Die menschenleeren Übungsgelände in der Heide seien für die Raubtiere als Lebensraum ideal geeignet. Das waldreiche Erprobungsgelände von Rheinmetall ist rund 5400 Hektar groß und für die Öffentlichkeit weitgehend unzugänglich.

Förster Grüntjens bemüht sich jetzt um eine Haarprobe von dem scheuen Tier. Die Genanalyse des Haares soll die Herkunft des Wolfes klären. Dann wisse man auch, ob es sich um ein weibliches oder ein männliches Tier handele. Er soll „Erik” oder „Erika” genannt werden.

Grüntjens stellte klar, dass Rheinmetall für ein sicheres und unbehelligtes Leben des Raubtieres sorgen will. Bislang habe es keine Beschwerden von Jägern oder Naturschützern gegeben. Wölfe sind von der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU geschützt und dürfen nicht abgeschossen werden.

Im Jahr 2002 war ein aus einem Wildtiergehege in Sachsen ausgebrochener Wolf mehrere Monate lang im südlichen Niedersachsen unterwegs. Ein Jäger hatte im Januar 2003 das Tier im Kreis Hildesheim erschossen.

(Hannoversche Allgemeine Zeitung, Mathias Klein, 24.05.2007)

 

Wolf hinterlässt Spuren im Sand
Vermutlich junger Rüde auf dem Durchzug zweimal beobachtet

Knapp drei Monate lang hat sich ein Wolf bei Unterlüß aufgehalten, Anfang November ist er vermutlich weitergezogen, denn seither fehlen neue Hinweise.

UNTERLÜSS. „Es hat zwei Sichtbeobachtungen gegeben und wir haben Spuren gefunden“, sagt Theo Grüntjens, Leiter der Forstverwaltung Rheinmetall in Unterlüß. Hysterie sei nicht angebracht, denn ein wilder Wolf meide den Menschen. Ein vom Wolf gerissenes Tier habe man nicht gefunden, sagt Grüntjens, was er übrig lasse, werde von Wildschweinen entsorgt.
Grüntjens vermutet, dass es sich bei dem Tier um einen jungen Rüden handelte, der durch die Region zog. Er würde es als Bereicherung bezeichnen, wenn sich Wölfe hier niederließen – er wäre auch nicht erstaunt darüber. Die Region zwischen Autobahn und Kanal sei ein großes Waldgebiet und gerade menschenleere Truppenübungsplätze seien ideal für den Wolf.
Gejagt werden darf der Wolf nicht, er steht unter Naturschutz. „Das würde den Jäger sofort den Jagdschein kosten“, sagt Grüntjens.

(Cellesche Zeitung, Joachim Grieß, 18.12.2006)


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