 817 Unterschriften an die Kassenärztliche Vereinigung übergeben
Wie bereits angekündigt, haben sich im Februar 2008 Vertreter des Rates der Gemeinde Unterlüß mit den drei praktizierenden Hausärzten zusammengesetzt, um sich über die Auswirkungen der Neuregelungen des hausärztlichen Notdienstes zu informieren.
Dr. Forstreuter, Herr Schulz und Dr. Wiechert erläuterten die Neuregelung und machten ihre persönliche Einschätzung und Bewertung der Sachlage deutlich. Weil die Bewertungen aber durchaus unterschiedlich ausfallen und die Diskussion in der Bevölkerung bisweilen sehr emotional geführt wird, ist die Gemeindeverwaltung in besonderem Maße um eine sachliche Bürgerinformation bemüht. Obwohl dies eigentlich Aufgabe des Verursachers der derzeitigen Situation wäre – und damit ist die Kassenärztliche Vereinigung gemeint – sei Folgendes gesagt:
Rettungsdienst und Notarzt Bei Notfällen rufen Sie wie bislang auch die 112 an. Der Anruf landet bei der Rettungsleitstelle, die sich um alles weitere kümmert. Darüber hinaus können Sie natürlich auch versuchen, Ihren Hausarzt zu alarmieren, der gegebenenfalls noch schneller vor Ort ist.
Ein Notfall besteht nach allgemeiner Ansicht dann, wenn eine lebensbedrohliche Gefahr für Leib und Leben besteht, z.B. Verlust des Bewusstseins, unregelmäßige Atmung, unregelmäßiger Puls, Herz-Kreislauf-Probleme, offene Wunden, Knochenbrüche, schwere Schmerzen und Ähnliches. Also all die Fälle, die unter keinen Umständen einen Aufschub dulden.
Hausärztlicher Notdienst Innerhalb der normalen Praxiszeiten sind die Unterlüßer Hausärzte auf jeden Fall erreichbar. Sie stellen darüber hinaus sicher, dass - wie bislang auch - einer von ihnen tagsüber im Ort ist.
Außerhalb der Praxiszeiten besteht ein so genannter hausärztlicher Notdienst. Der hausärztliche Notdienst wird aufgrund der Namensähnlichkeit häufig mit dem Notarzt verwechselt, meint aber etwas anderes. Es handelt sich hierbei um die Möglichkeit, eine hausärztliche Versorgung außerhalb der üblichen Praxiszeiten in Anspruch zu nehmen. Sie ist für minderschwere Fälle gedacht, die zwar augenscheinlich nicht lebensbedrohlich sind, aber trotzdem Schmerzen verursachen und weitere Schäden nach sich ziehen könnten, wenn sie nicht in Kürze behandelt werden. Eine sinkende Anzahl von Landärzten und ein erhöhter Kostendruck haben dazu geführt, dass dieser hausärztliche Notdienst in ganz Niedersachsen neu strukturiert wird. Das hat für die Unterlüßer und Lutterloher dazu geführt, dass sie hinkünftig in den folgenden Zeiten in die Notfallpraxis nach Celle (Tel. 05141/25008) fahren müssen: Mo, Di, Do Mi, Fr Sa, So | 18 bis 24 Uhr 13 bis 24 Uhr 8 bis 24 Uhr |
Daneben besteht die Möglichkeit, am Samstag und Sonntag von 10-12 Uhr in die „Notfallsprechstunde“ zu fahren, die von den Ärzten des Nordkreises (Unterlüß, Faßberg, Hermannsburg, Bergen) organisiert wird. Die geöffneten Praxen werden in der Presse und in den Mitteilungsblättern veröffentlicht.
Folgende Gerüchte bzw. Fehlinformationen wollen wir aus dem Weg räumen:
„Nach 24 Uhr erreiche ich keinen Arzt mehr.“ Falsch! Unter der neuen hausärztlichen Notfallnummer 05141/25008 erreichen Sie bis 8 Uhr morgens in der Notfallpraxis gut geschultes medizinisches Personal.
„Außerhalb der Praxiszeiten gibt es keine Hausbesuche mehr.“ Falsch! Über die hausärztliche Notfallnummer 05141/25008 erreichen Sie den diensthabenden Arzt in der Notfallpraxis. Er entscheidet, ob es zumutbar ist, dass Sie selber in die Notfallpraxis kommen oder ob ein Hausarzt zum Hausbesuch kommen wird oder ob sogar ein Notarzt alarmiert werden muss. (Wohl gemerkt: Die Notrufnummer 112 gilt sowieso!) Fakt ist: Wenn nach Ansicht des diensthabenden Arztes ein Hausbesuch erforderlich ist, dann wird er auch ausgeführt.
„Der Hausbesuch des Arztes wird mir in Rechnung gestellt.“ Falsch! Wenn Sie in der Notfallpraxis anrufen und dort entschieden wird, dass ein Hausbesuch notwenig ist, entstehen Ihnen dadurch keine Kosten.
„Typisch Unterlüß. Uns geht es immer am schlechtesten.“ Falsch! Die neuen Regelungen für den hausärztlichen Notdienst betreffen ganz Niedersachsen. Die Notfallpraxis in Celle hat vergleichsweise großzügige Öffnungszeiten. Andere Lösungen, wie z.B. im Westkreis stellen Alternativlösungen des gleichen Problems dar, setzen jedoch eine ausreichende Anzahl von Ärzten voraus.
„Die Politik unternimmt nichts, sondern sieht nur zu.“ Falsch! In Unterlüß haben sich die beiden im Rat vertretenen Parteien darauf verständigt, bei der Kassenärztlichen Vereinigung eine Änderung der jetzigen Regelungen einzufordern. Insbesondere für ältere und finanziell schlechter gestellte Menschen sollten Alternativen gefunden werden. Gefragt sind einfache und bezahlbare Lösungen, sowie ein Wandel in der Gebührenpolitik. In diesem Zusammenhang wurden die von der SPD gesammelten 817 Unterschriften an die Kassenärztliche Vereinigung weitergereicht.
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